Unsere geplante Tour

Kurz: 2 Busse, 3 liebenswürdige Menschen wollen eine Tour in die Toskana unternehmen. Unser lieber Freund Wolfgang und wir zwei Austis.

Ausgiebig geplant – ausgiebig Unterausschüsse durchgeführt – am Ende kam es anders als gedacht. Wir wollten eigentlich für eine Woche die Basisstation auf Elba errichten, jedoch hinderten uns familiäre Ereignisse daran dies so zu machen wie geplant. So entschlossen wir uns die Toskana außerhalb Elba genauer unter die Lupe zu nehmen und unser neuer Tourplan war geboren:

  1. Klagenfurt über Venedig, Padua, Ferrara, Bologna, Florenz, Lucca nach Pisa zu unserer ersten Basisstation Camping Village Torre Pendente (Besuch Pisa / Lucca)
  2. Von Pisa der Küstenstraße entlang nach Castiglione della Pescaia zum Campingplatz Camping Internazionale Etruria (Besuch südliche Toskana)
  3. Von Castiglione della Pescaia nach Siena (Besuch mittlere Toskana)
  4. Von Siena nach San Marino / Rimini (Besuch San Marino, Nächtigung am Campingplatz Happy Camping Village)
  5. Von Rimini nach Chioggia (Übernächtigung Chioggia) und dann Heimreise Klagenfurt

Aber auch hier kam es anders als geplant – war ja klar 🙂 Die Maremma, welche mit dem Tyrrhenischen Meer zusammenhängt hat es uns besonders angetan – vor allem der direkt angeschlossene Campingplatz Camping Internazionale Etruria war wirklich was besonderes. Ich darf hier ja keine sonstige sehr sehr gute, außergewöhnliche, besondere, allerbestene Rezension über diesen Campingplatz abgeben, da eine bestimmte Person mich sicher sonst würgt weil noch mehr Camper diesen Platz überfallen würden. Ist es doch mehr als nur schwer dort einen Platz zu bekommen, da dieser immer voll ist und Reservierungen nur für mind. 7 Nächte möglich sind.

Das wir hier einen Platz bekommen haben ist sicher nur einer Person zu verdanken: Unserem lieben Wolfgang, der sich dem italienischen Straßenverhalten gut anpassen konnte und sich gegenüber den Mitbewerbern im Straßenrennen durchgesetzt hat – natürlich durch korrektes Überholen so wie es sich in Italien gehört (…). Herzlichen Dank Dir nochmals an dieser Stelle von uns!

Gehen wir nochmals der Vollständigkeit einen Schritt zurück zu dem Teil, wo ich sagte, daß es anders kam als geplant. Ich habe ja vollkommen vergessen (verdrängt natürlich) zu erwähnen, daß ich als Autor dieses Beitrages auch meinen Teil dazu beigetragen habe: Mein rechter Fuß hat einfach irgendwann Nö gesagt und hinderte mich am gehen… Nachdem wir größten Teils über 10 000 Schritte pro Tag tätigten verstehe ich das vollkommen. Aber das muss Mann ja nicht mehr weiter erörtern…

07.09.2025 – 10.09.2025 Pisa

Einer super angenehme Anfahrt, ohne viel Verkehr oder Lastwagen am Sonntag – war einfach sehr entspannt! Ca. 600km – 5:45h, über Venedig – Padua – Bologna – Florenz – Lucca zum Camping Village Torre Pendente in Pisa. Ein sehr angenehmer Campingplatz, der ca. 700m entfernt ist vom Piazza del Duomo (Piazza dei Miracoli). Also quasi nur eine Straße überqueren, die Unterführung durch, danach eine Rechts-Links-Kombination und man steht vor den Toren der Kultur. Reservieren muss man hier nicht unbedingt und man ist hier auch für eine Nacht willkommen. Außerdem findet man hier recht saubere Sanitärgebäude, einen super-fairen Shop (Moretti 0,66l für 3 Euro), eine Pool-Anlage mit Bar und ein nettes kleines Restaurant mit einer weltklasse Pizza – wirklich – versprochen!

Wir wollten (wie im ursprünglichen Plan enthalten) hier 2 Nächte bleiben und die Tage nutzen, um uns kulturell ein wenig weiterzubilden. So taten wir dies auch. Also wirklich – Piazza dei Miracoli ist wirklich sehenswert (alles andere von Pisa eher nicht). Vor allem hat meine bessere Hälfte (oder Ganzes) gleich die Tickets für ALLE Sehenwürdigkeiten von zuhause aus für uns alle organisiert. Natürlich ist das Gesamt-Ticket vor Ort günstiger, jedoch kann man quasi die „Zeit des Besuchens“ vorreservieren – praktisch um den Tag zu planen. Der schiefe Turm war ja wirklich richtig schief – also 4° Neigung kann man sich nicht so einfach vorstellen. Noch schwindliger wird es, wenn man den Turm betritt. Das ist fürs Gehirn schon mal richtig gewöhnungsdürftig. Naja.. die männliche Gattung war natürlich die Schwachstelle. Ich persönlich habe nach den ersten Schritten den Turm rauf aufgegeben – zu eng, zu gedrungen, zu … schief. Wolfgang habe ich natürlich in die erste Etage gejagt, was er auch durchgezogen hat und meine bessere Hälfte (nochmals oder Ganzes) hat es als Einzige ganz rauf geschafft. Turm erklommen und so gewonnen – 1/2 Flasche Aqua di Minerale und einen Aperol gab es als verdiente Belohnung. Für uns nur Moretti 😉

Hier empfehle ich nur, wirklich alles was an Kultur hier zu finden ist, sich mal anzusehen. Wer dann Hunger oder Durst hat, kann getrost (bis auf die aller aller erste Reihe bzw. das Caffé) zuschlagen, denn die Preise und die Qualität haben uns hier überrascht – man denkt hier zuerst an Touristenabzocke, aber weit weit gefehlt.

Restaurant Empfehlung: Ristoro Pecorino (Via Santa Maria, 157). Dieses Restaurant ist unglaublich – die Bedienung ein Traum, so zuvorkommend wie ich selten gesehen habe und die Qualität ist auf höchstem Niveau. Auf den Fotos sieht man, wie z.B. Aperol präsentiert wird, oder auch unsere Empfehlungen wie Rindertartar vom Chianina in 3 Versionen, oder eine absolute Spezialität von der Toskana, nämlich alles was mit Cinghiale (Wildschwein) zu tun hat. Einfach mal probieren – hier wird man nicht enttäuscht und eher überrascht über die Qualität, sowie den Preis. Pici al Ragú di Chianina 14,40€, Cinghiale in Umido 17,70€, Cola 3,70€, Moretti 4,90€ – der Turm in Sichtweite – unglaublich!

Nach dem wunderschönen Wetter am Sonntag (07.09.2025) und Montag (08.09.2025) schreiben wir nun Dienstag den 09.09.2025. Regenwetter ist angesagt. Wir wollten heute weiterfahren nach Castiglione. Nur es hat Starkregen angesagt. Also haben wir einen Unterausschuss gebildet und den Entschluss gefasst, daß wir heute den Tag mal Faulenzen. Nur irgendwie regnet es nicht – ein Tag, der umsonst sein könnte? Naja, genießen wir fertig und gehen am Abend dann in das Restaurant, welches an dem Campingplatz angeschlossen ist. Eine Weltklasse Pizza – der Teig so fluffig, wie wir noch nie hatten – wir waren paff. Und es regnete an diesem Abend noch immer nicht. Also nächsten Tag müssen wir weiter – wird ja wohl kein Starkregen oder normaler Regen kommen… oder?

10.09.2025 und 11.09.2025 Castiglione della Pescaia

Oh in der letzten Nacht war es schön. So angenehmer Regen. Äh.. irgendwann hörte ich wie so einige andere Camper um ca. 6 Uhr in der Früh nervöses Getue an den Tag legten. Ich schaute mal aus einem Fensterchen von unserem geliebten Bus. BUMM – der Regen war da – der Starkregen. Der Check auf der Regenradar-App verhieß nichts Gutes. Eine riesige Regenwolke. Überall.

Ich machte die Seitentür auf, damit ich mir das genauer ansehen konnte. Wir standen quasi unter Wasser. Wirklich. 7cm noch und unser Bus würde unter Wasser stehen – zumindest im vorderen Teil wo wir in der Senke standen. Als erstes rief ich mal unseren italienischen Teilzeitrennfahrer Wolfgang an und meldete ihm, daß er vielleicht seine Zigeuner-Kabeltrommel (2cm noch und das Wasser hätt damit wer weiß was gemacht) befreien sollte. Ich tat auch die weitere Pflicht und meldete dies mit mehr oder weniger leisen Worten meiner Frau: Großer Mist – wir stehen unter Wasser! Wir öffneten die Seitentüre nochmals und auf der Gegenseite stand ein nettes Pärchen aus Polen – die Türe gleichzeitg geöffnet wie wir. Irgendwie konnten sie es auch nicht glauben – winkten zu uns rüber, zeigten auf den Regensee und murmelten was davon, daß wir jetzt einen privaten Pool haben. Sowas hatten wir in unserer jungem Camper-Karriere noch nicht erlebt.

Wir waren eigentlich ziemlich nervös und planlos wie wir damit umgehen sollten – meine Frau doch stark nervöser werdend und etwas bleich im Gesicht. Fast der ganze Campingplatz bestand ja aus kleinen Senken, wo das Wasser mindestens knöcheltief stand. Wir wussen auch nicht, ob wir überhaupt aus dem Schlamm mit unserem Vortriebler rauskommen können. Also mal nachgedacht, probiert und JUHUU – es hat einfach funktioniert. Ein neues starkes Erlebnis. Ruhe bewahren, gutmöglichst probieren und nicht gleich die Nerven wegschmeissen wird vielleicht Teil der neuen Denke. Unser Wolfgang hat das natürlich alles gechillt gesehen und auch so umgesetzt – ich glaub sein größtes Problem war die Frage, wo sich seine Badeschlapfen befinden um im Sumpf manövrieren zu können. Danach haben wir alles gesäubert (es hat ja immer noch nervig geregnet – also eine gute Regenjacke ist wirklich Pflicht), alles eingepackt und mal ein paar wichtige Caffés zur weiteren Beruhigung genossen damit wir dann die weitere Reise antreten konnten zu einem der schönsten Campingplätze, den wir jemals genießen durften!

Nachdem Wolfgang es ja schaffte für uns 2 Plätze zu ergattern, waren wir alle extrem erleichtert – unsere nächste Home-Base war gesichert. Natürlich mussten wir nach Ankunft und riesiger Freude gleich das Restaurant aufsuchen und wohlverdiente Moretti (unsere Standard-Einheit konnte man mit 3×3 beschreiben) genießen. Unser nächster Plan war auch recht klar: Mal jetzt am Platz komplett ankommen und einfach nur weiter genießen. Das Taten wir auch. Richtig gutes Essen und mal gechillt zusammensitzen und jeden weiteren Stress vermeiden.

Am nächsten Tag hatte es wieder um die 30° Celsius und wir betraten nach dem Begrüßungsbesuch des Meeres am Vorabend den Strandplatz in voller Pracht erneut. Wenig Menschen, kein sardinenbüchsenähnliches Gelage am Strand. Eine Wohltat. Wir schmissen uns alle ins Meer. Ins sehr warme Meer, mit sicherlich 27° Celsius Temperatur. Vor allem Wolfgang – das war ja sein erster Meerbesuch in diesem Jahr. Wie bei uns allen trat die kindliche Freude und Begeisterung hervor – einfach nur herrlich. Ein toller Campingplatz.

Mit dem einzigen Nachteil: Jetzt waren und werden Gelsen geboren. 1-1000 Stück. Pro Quadratmeter. Könnten auch mehr sein. Wir schmieren uns ein und nehmen es nicht so ernst. Noch…

12.09.2025 Ausflug nach Saturnia und Montemerano

Unser erster größerer Ausflug steht nun an. Zirka 80km und eine Fahrzeit von 1:30h zu den Quellen von Saturnia – diese Idee ist meiner Frau entsprungen. Wolfgang hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt den Chauffeur zu übernehmen, was einfach nur Weltklasse war. Wir haben unsere Basisstation ja fast komplett aufgebaut mit Markise, Teppich, Auffahrkeile und noch fast allen Dingen, die sich in unserem Bus befunden haben – somit konnte auch Wolfgang bei uns (hoffentlich) angenehm Platz nehmen und wir hatten dann auf der einen Seite ein kleines „Zusammen-Huck-Lager“ und auf der anderen Seite ein mobiles grünes Monster. Der Name sollte noch Programm werden – dazu aber später…

Also quetschten wir uns zu Dritt in den vorderen Teil des Busses, schnallten uns an und machten uns auf den Weg. Das Quetschen war ja nur uns selbst geschuldet, denn der Radius von der Körperachse eines Menschen könnte auch minimaler sein, oder um es anders zu bezeichnen, Optimierungspotential ist vorhanden. Die Musikdarbietung war natürlich von Seiten Wolfgang sehr geschmackvoll wie immer – aber jetzt mal ehrlich – das habe ich erwartet und freute uns natürlich.

Dann ging es mal los und ich als wunderbarer, ganz leicht zu nehmender Beifahrer (Sarkasmus wäre noch untertrieben) lernte schon mal einen österreichischen italienisch angepassten Teilzeitrennfahrer kennen. In Kombination mit einer Bergstraße und vielen vielen engen Kurven (rechts gehts bergab, rechts bröckelt der Weg ins Nirvana, die Straßen sind schmal) tat es mit mir nichts Gutes. Da kann ich dann schon mal losledern mit Kommentaren die nicht wirklich hilfreich sind. Außerdem habe ich nicht gewusst, wie das Monster mit 120 PS so den Berg rauflaufen kann – das Monster kann schon was würde ich sagen.

Vorweg genommen: Im Endeffekt möchte ich mich nochmals entschuldigen (impliziert, das ich mich bereits entschuldig habe), das ich auch kundgetan habe, so nicht mitfahren zu können und das wir uns auch einigen konnten nach diesem/während des Ausfluges . In dem Sinne – Wolfgang ist schnell und langsamer ein ausgezeichneter Autofahrer, wo ich mich wohlfühlen und überall mitfahren kann (DANKE DANKE DANKE), da er wirklich souverän und sicher fährt.

Angekommen auf dem Parkplatz, der sich langsam füllte, stellte sich die Frage, wie wir nun ein Parkticket ziehen könnten. Jawohl – könnten. Diverse Belehrungen und Unterstützungen von netten Italienern verliefen im Sand – denn auch sie konnten das Parkticket nicht lösen. Irgendwann haben wir es rausgefunden und sind bei 30° Celsius (am Vormittag) zu der Therme ohne Hitzeschild gewandert.

Konklusio: Viele Leute, wenig Platz, nett irgendwie, heiß, anstrengend, durchschwitzend. Für mich und Wolfgang nach wenigen Minuten vorbei, meine Frau hat dafür einige Perspektiven von Saturnia durchleuchtet, sich verletzt und wahrscheinlich etwas Unfug getrieben (im Wasser, neben dem Wasser, am Wasser?) – anders kann ich mir die „relativ lange Verweildauer“ meiner Frau nicht vorstellen – aber sie war begeistert. Einen gemütlichen Caffé noch (faire Preise direkt bei der Bar mit schönem schattigen Garten), vergessen den Erinnerungsmagneten zu organisieren (ebenfalls bei der Bar zu erhalten), zurückwandern in der noch mehr vorhandenen Hitze (immer noch ohne Hitzeschild) und ab zum nächsten Halt: Montemerano.

Wunderbar. Einen Parkplatz direkt ganz oben ohne Probleme. Tolle weitläufige Aussicht. Fast keine Leute. Etwas viel Dreck, viele Katzen, viele Hunde. Ein zwei Michelin-Sterne-Restaurant??? Sonstige Preise teilweise gesalzen – ok – spannend und nicht erwartet. Wunderschöner kleiner Ort zum Schlendern. Wirklich traumhaft. Unzählige kleine Gassen, viele Details und authentisch.

So kurz kann man Montemerano beschreiben, nur so schnell wie beschrieben kann man es nicht abhaken. Es ist viel zu schön und es gibt noch mehr Details zu entdecken. Für eine schöne gemütlichen Pause gibt es auch tolle Lokalitäten, wo man fair und richtig gut bedient wird. Hier herrscht auch noch so die Einstellung wie in einigen anderen Orten, daß ein Snack (hier eine Fleisch/Käse Platte inkl. Brot) zu den Getränken gratis gereicht wird. Ein netter Ort zum verweilen und viel zu entdecken. Schön war es mit dir Montemerano! Danke.

Den Heimweg konnten wir viel entspannter fahren – da hatten wir die eindeutig bessere Strecke gewählt. Also Wolfgang. Nicht wir – bleiben wir doch bei der Wahrheit. Am Abend genossen wir noch das großartige kleine Restaurant am Campingplatz. Ich glaube jetzt schon hatten sich einige der Gerichte besonders etabliert. Cinghiale in jeder Form (wir glauben ohne dem kann Wolfgang nicht mehr leben, oder hat zumindest 30% weniger Energie – zumindest in der Toskana), Bolognese (selbiges ist für mich gültig wie bei Wolfgang, nur halt auch außerhalb der Toskana), Lasagne (geht immer). Meine Frau wählte jedoch mutigerweise einen Meeresfrüchtesalat. Sie hat sehr gut gewählt. Auch außerhalb des Campingplatzes würde es ein sehr guter Meeresfrüchtesalat sein, wenn man ihn in dieser Qualität bekommt – deswegen auch das Foto als Doku 🙂

PS: Die Gelsen haben den Etruria Campingplatz mittlerweile zur Hauptdestination 2025 ernannt. Sie gründen gerade eine millionenschwere Metropole hinter unserem Campingplatz. Gleich neben Wolfgangs-Campingplatz wird die nächste Metropole in Angriff genommen. Fleißige Zucht kann man nur sagen…

13.09.2025 Porto Santo Stefano / Porto Ercole

Der nächste Ausflug stand auf dem Programm. Mit ca. 67km Entfernung und einer Fahrzeit von ca 1h. Beim Reinfahren nach Porto Santo Stefano bemerkt man schon den besonderen Flair – ist in etwa vergleichbar, wie wenn man in eine schöne kleine Stadt am Meer an der Cote d’Azur reinfährt. Ein wunderschön angelegter Hafen und in die Hügel wurden die Wohnhäuser bzw. Anlagen integriert.

Diese Orte sind besonders sehenswert. Porto Santo Stefano ist sehr lebhaft und doch um einiges größer als Porto Ercole. Porto Ercole wird von allen empfohlen, jedoch finden wir Porto Santo Stefano um einiges sehenswerter. Irgendwie sind wir wieder in die schöne helle gelbene Kugel – alias Sonne – gekommen. Es war wieder ein Traum-Wetter und jetzt könnte man schimpfen: zu heiss. Bei unseren Begehungen suchten wir deshalb vermehrt den Schatten und wurden teilweise fündig. Abhilfe schafften auch kleine Geschäfte mit Klimaanlage.

Nahrungsaufnahme – nein so heißt es dort in diesen Breitengraden in Italien sicher nicht, sondern Kulinarik – verweigerten wir in Porto Santo Stefano, da die Lokalitäten am Hafen eher nicht den Preisen entsprachen, was wir bis dato gewohnt waren. Dafür fanden wir in Porto Ercole ein Restaurant, was geschmacklich und preislich richtig toll war. Einfach die Bilder genießen und die Orte selbst besuchen. Mehr können wir dazu nicht sagen!

14.09.2025 Etruria Camping und Ausflug Castiglione

Wir gönnten uns an diesem Tag mal einen weiteren Erholungstag. Wolfgang machte wieder mal eine feine Rad-Tour durch die Botanik, sofern ich mich richtig erinnern kann – könnte auch sein, daß er doch wieder abseits der Botanik ein paar italienische Straßen oder Radwege gefunden hat. Wir gammelten (klugscheisserisch: Gammeln ist polysem; in diesem Sinne und korrekterweise „faulenzen“) ein wenig mehr auf dem Campingplatz rum, vielleicht mit dem Ziel später das Meer zu besuchen.

Auf dem Campingplatz fanden wir einen alten (oder altgemachten Bulli), welcher schon sehr komisch daherkroch. Rein von den Geräuschäußerungen kam es vor, als würde ein alter Traktor vorbeiziehen. Aber wir waren immer unschlüssig, ob der auf alt gemacht ist, oder doch schon so dahinrostet? Geht das überhaupt? Ist dies zulässig? Naja, wir wissen noch immer nicht obs ein „Italiener“ war, weil da haben wir schon einige – hmm – Unterbauten mit vier Räder, Lenkrad und Motor, Aufbauten sprich Karosserie wurden mehr oder weniger durch viel Tixo (Klebeband) und dergleichen zusammengehalten, gesehen. Also schon sehr fragwürdig. Sollte nicht das letzte Mal sein und wurde bereits in Porto Ercole gesichtet.

Einen Ausflug am Strand Richtung Castiglione haben wir dennoch unternommen und dabei witzige Motive entdeckt. Ein Volleyballfeld im Wasser (also mehrere), Strandverkäufer die einfach neben ihrem Warenturm schlafen und eine nette kleine Beach-Bar. Lädt alles zum Genießen ein.

15.09.2025 Castiglione della Pescaia

Heute stand etwas Besonderes auf dem Tagesprogramm bzw. Abendprogramm. Das Tagesprogramm war ja recht einfach geplant. Nachdem sich ein traumhaftes Wetter angekündigt hat, genossen wir einfach nur den Strand und das Meer in vollen Zügen. Bei so einem Wetter – einfach ein Muss. 30° angesagt, gefühlt eher 32-33° Celsius. Na das könnte man schlechter treffen.

Das Motto des Abendprogrammes lautete: „Castiglione della Pescaia im Sonnenuntergang“ – der Besuch der wunderschönen kleinen Stadt Castiglione della Pescaia an der Maremmaküste in der Provinz Grosetto mit ca. 7000 Einwohnern und einer herrlich schönen Altstadt. Die Altstadt wird auch überragt von einer stattlichen Burg (12. – 14. Jahrhundert) mit traumhaften Ausblick. Unsere fotografischen Ambitionen bei tollen Motiven, traumhaften Wetter und das Ganze im Sonnenuntergang, stiegen ins Unermässliche.

Unser Stützpunkt liegt ja nur wenig außerhalb von dem Zentrum – ca. 2,5km entfernt – also ein Fußweg von ca. 30 Minuten. Wir machten uns am frühen Abend auf den Weg ins Zentrum. Ein toller Fuß- bzw. Radweg am Anfang, ein wenig im Zentrum neben der Straße auf dem Fußweg und rüber über die Brücke. Hier schon die ersten starken Motive. Naja, unser Wolfgang hat bis dorthin sicher schon 200 weitere Details totgeschossen, aber so genau kann ich das erst nach der Sichtung seiner Fotos sagen – oder Löschungen der Fotos. Aber ist nur gefühlt und rein subjektiv. Von 2 Personen wohlbemerkt. Muss aber auch dazusagen, ich hätte auch noch mehr fotografieren sollen.

Angekommen im engsten Zentrum stellte sich der absolute Wow-Effekt ein. Staunen, flanieren, fotografieren und genießen. Überwältigt von einer echt bezaubernden Altstadt mit unzähligen Caffés, Restaurants, kleineren Lokalitäten, Geschäften und schönen Wegen, tollen Motiven und besonderem Flair – sollte man unbedingt machen. Was man danach machen sollte, ist auch relativ einfach: Der Aufstieg zur Burg. Naja Aufstieg – steilere, gut gefplasterte Wege könnte man sagen. Haben wir gemacht und kamen schon etwas verschwitzt oben an. Aber was sich dann bietet, setzt nochmals einen drauf. Alles was sich dann „oben“ befindet – tja – Fotos sagen mehr als tausend Worte. Ehrlich. Ansehen! Und jetzt mal ganz Ehrlich: Bei so tollen Eindrücken und so wenig Menschenmassen kommt man aus dem Staunen und Schwärmen gar nicht mehr raus. Bin ich froh, daß wir das erleben durften. War ein heißer Tipp von Wolfgang.

Landen wir wiedermal bei der Kulinarik. „Oberhalb“ gibt es glaube ich mind. 3 tolle Lokalitäten (wurde später nachgeforscht – mehr dazu in einer weiteren kleinen Geschichte später), wo ich mich aber irgendwie weigerte, dort Platz zu nehmen. Warum? Im Nachhinein keine Ahnung. Zu dem damaligen Zeitpunkt auch keine Ahnung. Angehende Demenz oder Verdrängung – nehmen wir mal das Realistischere…

Beim „Abstieg“ nahmen wir jedoch Platz im Ristorante Il Granaio. Ich tat mir etwas schwer mit der Auswahl – nicht weil keine vorhanden war, sondern weil ich wieder was typisches probieren wollte. Was ich tatsächlich noch nie in Italien gegessen hatte: Parmigiana. Der andere Teil war Lasagne – warum ich das so gemacht hatte – wieder keine Ahnung. Aber es war richtig gut. Überhaupt das Ristorante machte es schon sehr gut. Leider waren die Kellner etwas gschaftig. Da waren doch nur 10 Tische außen – wie kann das sein? Naja, im Nachhinein (hat eine weitere akkurate Forschung ergeben) hatten die auch innen weitere Tische und sogar einen Garten. Das absolute Highlight war jedoch die Vorspeise von Wolfgang. Der Hundianer. Der hat es wieder geschafft, so ziemlich das Beste rauszuzwicken was es gibt: Bastarde werden sie oft genannt, besser bekannt als Moscardini. Wir haben die schon oft gegessen. Oft in Caorle. Super Qualität und Geschmack. Diese waren noch viel besser sagte meine Frau. Preislich auch sowas von fair und unglaublich. Dazu Rot- und Weißwein in Krügen. Toller Abspann von einem tollen Tag. Castiglione della Pescaia – wir sehen uns hoffentlich mal wieder.

16.09.2025 Populonia mit einer traumhaften Kulisse und weltklasser Osteria La Torre di Populonia

Irgendwie weiß ich jetzt nicht mehr wie es zu diesem Ausflug da gekommen ist. Wollten wir nicht schon unterwegs sein Richtung Siena? Irgendwann hatte so eine kleine Planänderung stattgefunden – natürlich nicht die letzte, wie sich herausstellen soll. Der ursprüngliche Plan war ja, in die Nähe von Siena in ein Agriturismo zu wechseln. Vor allem in eines, welches selbst die besonderen Chianina-Rinder züchtet und dann auch noch das Bistecca vor Ort zubereitet. Aber dieses vorher gewählte Agriturismo schien dank der Sanitärsituation auszuscheiden. Tja, aber der aktuelle Plan: Wir blieben in unserem Basis-Camp und sollten von dort weiterreisen.

Jedenfalls hatte Wolfgang noch einen weiteren Geheim-Tipp: Populonia – ein Ort an der toskanischen Küste auf ca. 170m Meereshöhe, der zu der Provinz Livorno gehört, von den Etruskern besiedelt wurde und es gibt hier nur eine Straße. Jawohl – eine einzige Straße. Die Hinfahrt wunderschön, geschmeidig und elegant – die Auffahrt naja.. kurvige Straßen den Berghügel hinauf und eine wirkliche Engstelle vor dem letzten Parkplatz. Wo natürlich einige entgegenkommen sind. Nicht das Problem, sondern, daß viele nicht wirklich gut fahren können. Weiß nicht wie oft Wolfgang den anderen gezeigt hat, daß sie noch 40cm Abstand zu seinem Fahrzeug haben und einfach mit 2cm/Jahr versuchten vorbeizukommen. Spannend nervig.

Oben angekommen – ein Paradies. Aber was ist das denn? Mein rechter Fuß zeigt deutliche Überlastungszeichen. Ich konnte fast nicht mehr gehen (oder stehen!) und das Ganze so genießen wie ich möchte. Der Suche nach einer Sitzgelegenheit kommt fast vor dem Fotografieren. Riesengroßer Mist!

Die anderen zwei Kandidaten der großen Knippserei konnten wenigstens alles einfangen, was es nur zum Einfangen gibt. Wirklich schön dort. Auch die einzige Straße von dem Ort bietet den Flair, den man sucht und geboten bekommt. Und was Erstaunliches: Auf dem Berg, in 170m Meereshöhe eine Osteria. Nur mit Fischgerichten!? Ja!

Osteria La Torre di Populonia: Seit 2016 befindet sich das familiengeführte Restaurant dort. Seit den 1980er Jahren hat sich die Familie Ciminelli bereits der Spitzengastronomie verschrieben. Und das merkt man. Antonio Ciminelli, der männliche Part und Chef des Hauses ein besonderer Typ. Muss man erlebt haben. Ich glaube nicht der Einfachste – aber wer ist das schon, der so viel erlebt und geschaffen hat. Aber wenn man kulinarisch halbwegs auf seiner Seite ist, passt alles richtig gut zusammen.

Einfach mal schön, wenn schon der Einstieg nur mit Olivenöl und Brot auf dem Teller beginnt – natürlich in Spitzenqualität. Fischgerichte, Pasta ohne weiteren Kommentar außer: Top Qualität, Geschmack und Zubereitung ohne Schnickschnack. Preise: Für diese Qualität unglaublich günstig bzw. sehr sehr fair. Pro Gang in unseren Lieblingsrestaurants in Italien hätten wir in vergleichbarer Qualität sicher 10-13 Euro mehr gezahlt. Muss man erlebt haben.

Wolfgang und meine Frau genossen nach diesem Festmahl noch die kleine Burg mit Turm – ich konnte ja quasi nicht mehr gehen und wartete nur noch einsam, verlassen, auf einer steinigen Sitzmauer sitzend, bis sie wieder zurückkehrten mit absolut blöden Fotos. Nur tolle Aussichten halt. Konnte mich noch irgendwie in den Bus später retten und dann war bei der Home-Base Bein schmieren angesagt. Vielleicht auch den nächsten Tag mal wieder Pause. Komplette Pause. Schonen ist angesagt 🙁

18.09.2025 Bistecca di Fiorentina – Im traumhafen La terra di Nello

An diesem Abend stand was Besonderes auf der Bucket-List: Bistecca di Fiorentina. Muss man ja mal gegessen haben wenn man in der Region ist. Besondere Wünsche: Chianina vom Holzofen, regionale Side-Dishes – eben so authentisch und gut wie möglich. Das hatten wir gefunden im La terra di Nello. Etwas außerhalb gelegen von Castiglione. Mit unseren Bikes (Fußverweigerung natürlich) war die kurze Anreise (vom Camping-Platz ca. 3,6km entfernt) auch ein großer Spaß – geht ja quasi automatisch. Wolfgang muss ja noch etwas mehr treten, kann aber durchaus ordentlich Gas geben 🙂

Ein Ambiente zum Verlieben. Wir wurden vom Service und Chef umsorgt, wie gut es nur machbar ist. Gruß aus der Küche, ein Sorbet zwischendurch, eine kleine Nachspeise von der Küche aus, vor der bestellten Nachspeise. Vier Hauben oder doch einen Michelin-Stern – wäre alles möglich. Die Speisen reduziert auf das, was es sein soll. Unglaublicher Geschmack, Konsistenzen, Zubereitungstechniken und Perfektion. Wir hatten sogar noch Rinderherz vom Chianina bei unserer Vorspeise – hatten wir noch nie gehabt. Schmeckt wie Kareespeck. Einfach nur gut. Einfach zum Verlieben alles. Ein toller Abend – Danke La terra di Nello. Danke an meine Frau für die Wahl der Lokalität – 10/10.

19.09.2025 Grosetto

Nachdem meine Fußverweigerung immer noch im aktuellen Bestand war, haben wir uns entschlossen nur eine kurze Ausfahrt zu machen. Ursprünglich wollten wir ja nach Siena fahren, aber ich konnte einfach nicht wirklich gehen und dazu noch die lange Anfahrt. Das wäre ja auch für alle wirklich blöd gewesen, wenn wir gleich wieder umkehren hätten müssen. Sowas wie ein Satz mit x…

Deswegen machten wir einen Besuch in Grosetto. Die Stadt hat etwas mehr als 80.000 Einwohner, ist die Hauptstadt der Provinz Grosetto und das Zentrum des Maremmagebietes. Eine recht lebhafte Stadt. Außerhalb des Zentrums recht wüste Fahrerei und fühlt sich an wie eine Großstadt. Innerhalb des Zentrums recht schöne Gassen und tolle Sehenswürdigkeiten. Der Dom San Lorenzo in italienischer Gotik gehalten ist auf jeden Fall einen Besucht wert. Auch das Museum „Museo Archeologico e d’Arte della Maremma“ ist wirklich spannend. Und groß. Riesengroß. Es zeigt auf zwei Stockwerken antike archäologische Funde aus der Maremma. Das dritte Stockwerk beherbergt das Museum für sakrale Kunst der Diözese Grosseto – was für uns nicht so spannend war – war alleine schon der Geruch nach alt und muffig alleine der Grund etwas früher zu flüchten. Alles zusammen könnte man aber sicher einen ganzen Tag (oder mehr) dort verbringen. Ein Schatz noch mehr für den, der sich auskennt – aber tolle Eindrücke konnten wir alle sammeln.

20.09.2025 Etruria Camping und Kulinarik im Riserva Naturale Merenderia Degustazione Prodotti e Vendita

Ein wunderschöner Tag mit genießen am Camping-Platz, einem Jäuschen und viel Meer. Ja – heute war es wunderschön. Sehr viel Sonne und ein sehr ruhiges Meer. Da hatten wir doch was entdeckt. Im Meer. Wolfgang hatte uns schon mal erzählt, daß er im Meer von irgendwas richtig gezwickt worden war. Wir konnten darüber nur Späße machen, da wir es nicht glaubten. Hat wahrscheinlich der Moretti-Konsum angerichtet – oder eventuell unser Grappa-Konsum. Öh – nö: Da leben doch riesige Krabben. Also wirklich riesig. Nicht so kleine wie wir ursprünglich in Grado gefunden hatten – die man auch gut essen kann. Wir wissen nun auch welche Art das ist: Nämlich eine böse Art. Die invasive Blaukrabbe. Stammt ursprünglich aus der Atlantikküste Amerikas und wurde in den 1950er Jahren ins Mittelmeer eingeschleppt. Wegessen könnte die Lösung sein. Zerstört das Ökosystem!

Apropos Essen: So als Abendplanung schleppten wir uns wieder mal nach Castiglione ins Riserva Naturale Merenderia Degustazione Prodotti e Vendita. Klingt kompliziert. Bei genauerer Analyse kann man schon erahnen, was wir da wollten. Einfache authentische Produkte aus der Region – zum Degustieren und kaufen. Klingt ja bestens für uns. War es auch!

21.09.2025 Etruria Camping und Kulinarik im Ristorante Arturo

Ein trauriger und ein glücklicher Tag zugleich. Traurig deswegen, weil es unser letzter Tag vor der Abreise war. Ein glücklicher, weil meine Frau Geburtstag hat. Also für sie wahrscheinlich auch nicht glücklich, weil sie ja älter wird. Aus diesem besonderen Anlass startete ich mal mit dem Ergattern von wichtigen Zutaten: Kaffee, Krapfen (eher Fritelle statt Bomboloni – wir haben eher die gefüllten bevorzugt) fürs Frühstück. Dann wurde ein wenig gefeiert und Geschenke verteilt. Damits halt halbwegs ein Geburtstag ist. Eine Kerze im Krapfen war meines, Wolfgang hat eine Tschurtsche als Kerzengastgeberhalter verwendet (irgendwann hat auch die Tschurtsche ein wenig gebrannt – warum auch nicht). Ist ja nicht alles so einfach im Urlaub. Auch haben wir einen neuen kleinen Wächter für unseren Bus gefunden: Cinghi oder Dschingi. Ein kleines Wildschweinchen im Stofftierformat. Richtig richtig süß. Willkommen in unserer Familie 🙂

Ich glaube der Geburtstag hat meiner Frau gefallen. Nochmals nur das Allerbeste mit der Allwissenheit in diesem Jahr!

Natürlich ähnelte sich die weitere Vorgehensweise wirklich sehr von den anderen schönen Tagen am Meer. Außer das der Aperol schmeckte, das Moretti auch, der Pistacchio (diesen Likör lernte meine Frau lieben) sich dem Ende neigte. Es bedurfte dann mittags schon eines kleinen Snacks. Von dem Restaurant vom Camping-Platz. Toll – frittiertes Meereszeug. Unglaubliche Qualität und Geschmack. Calamari, die auch in kaltem Zustand nicht einmal annähernd gummiartig wurden. Grandios.

Am Nachmittag wurde auch noch das stürmischere Meer besucht. Die Wellen und die Lebhaftigkeit des warmen Meeres waren besonders. Meine Frau wurde vom Meer ein paar Mal getauft, eigentlich versenkt. Nicht nur einmal. Das war es wert. Es war einfach nur lustig.

Am Abend hatte sich meine Frau ein Lokal am oberen Teil von Castiglione ausgesucht. Es war – wie ich vorher bereits sagte – eines von den Besonderen oberhalb. War es. Wieder einmal. Also die Qualität in der Toskana ist wirklich hervorragend. Die Preise wieder einmal günstig. Unglaublich.

Wir versuchten den letzten Abend noch so weit rauszuzögern wie möglich. Alles vernichten was noch zu vernichten ist. Zu faul und zu gemütlich und am Abend bereits abzubauen. Nächsten Tag hat es Regen angesagt. Wurscht. Diesen schönen Tag einfach noch genießen – das war es. Mit einem letzten Meerbesuch am späten Abend. Herrlich.

22.09.2025 Heimreise

Aufgestanden, Wetter gecheckt – richtig große Wetterwolke entdeckt. Aber es regnet noch nicht – haben wir ein wenig Glück? Die Wetterwolke sollte uns nur streifen und in Richtung Nord-Osten weiterwandern. Soso… wenn wir zu Mittag wegfahren, dann könnten wir das Wetter umfahren. So der Plan…

Also gemütlich ein Frühstück zu uns genommen, alles eingepackt und dann Abfahrt. Wolfgang hat uns schon ein wenig früher in Richtung Heimat verlassen. Wollte auch noch einkaufen gehen. Was er einkaufen wollte war klar: Einen Vorrat an Cinghiale. Mindestens einen.

Tut schon ein wenig weh, diesen schönen Camping-Platz jetzt schon zu verlassen. Aber was solls. Die Rückreiseroute geplant, wir haben uns für die kürzeste Version entschieden – 07:30 Minuten. Über Florenz – Bologna – Padua – Venedig – Udine sollte es gehen.

Als wir in Florenz waren, meldete uns das Navi schon Stau – wahrscheinlich wegen einem Unfall. Dann Bumm – Starkregen. Unglaublicher Starkregen – selten so erlebt. Wenn wir jetzt nicht im langsam Roll- und Stehmodus – Dank Stau – wären, würde ich hier nur mit maximal 20km/h fahren. Falls überhaupt. Kein Vorwärtskommen mehr.

Dann noch ein Anruf von Wolfgang – er fuhr 2h vor uns weg. Stau in Bologna wegen eines Generalstreikes auf der Autobahn. Keine Sicht auf einfaches Durchkommen. Er hat bereits angefangen ein Buch zu lesen und uns vorgeschlagen, daß wir Bologna umfahren sollten. Das versuchten wir dann zu planen. Irgendwann hat meine Frau eine ideale Route gefunden. Eine annehmbare. Alles andere dauerte 3 Stunden länger oder so.

Es ging langsam voran. Der Regen lies auch nach und dann war es halbwegs fein weiterzufahren. Die Umfahrung von Bologna spannend – also wir fuhren direkt in Bologna den Osten durch. Kein angenehmes Fahren für mich. Zu viele mehrspurige Kreisverkehre, zu viele Autos, zu viel los. Stressig. Aber machbar. Nach Bologna wurde es angenehmer. Normaler Verkehr, nur noch einige Stunden Fahrt. Mit meiner jammernden Frau weil sie unglaublich Hunger hatte. Wir wollten eigentlich Kleinigkeiten mitnehmen, aber irgendwie fuhren wir einfach durch und ich machte keine Anstalten stehenzubleiben. Irgendwann mussten wir kurz nach Udine doch stehen bleiben. Auto tanken. Und: Was kleines zu essen für die Frau.

Nach 9 Stunden Fahrt kamen wir gut zu Hause an. Unser Wolfgang kam eine halbe Stunde vorher an. Ich glaube er hat sein Buch durchgelesen. Auf der Autobahn. Wir habens geschafft. Leider schon zu Hause.

Nächsten Tag rief uns Wolfgang an, weil er uns bereits vermisste. Ja wir haben auch Dich bereits vermisst. Und die Toskana. Und unsere schöne Zeit. Das schöne Wetter, die unglaublich vielen tollen Eindrücke. Wir vermissen so viel. Danke Frauchen, Danke Wolfgang, Danke Cali – Danke Toskana!